1959/1963 KRD 208

1959/1963 KRD 208

Die KRD ist ein Paradebeispiel für gekonntes privates Engagement. Inspirierend wirkten die siegreichen Vierzylinder- Gileras, die Karl Reese 1955 auf der Solitude bewunderte. Aus Kostengründen beschloss er, seine KRD als Zweitakter zu realisieren.

Karl Reese konstruierte einen eigenen Rennmotor, indem er z.B. das gegossene KurbelgehĂ€use horizontal teilte. Damit nahm er sogar spĂ€tere Konstruktionen wie die von Yamaha vorweg. Die einzelstehenden Zylinder und Deckel waren modifizierte ILO-Serienteile, die mit durchgehenden Stehbolzen auf dem Kurbelhaus befestigt waren. Jeder Zylinder besaß eine eigene Kurbelkammer und Kurbelwelle. Diese waren in Reihe gekoppelt. Der Renneinsatz erforderte Neckarsulmer KS-Kolben und Aluminiumpleuel.

Über eine Eigenbaukupplung mit NSU Fox-Lamellen brachte ein modifiziertes Triumph „Cornet“ 4-Gang-Getriebe die Leistung auf die Straße. Das alles saß bei der Urversion in einem umgebauten Triumph „Cornet“-Rahmen, gebremst durch Adler M 250-Naben.

Im Laufe der Jahre wurde die KRD verbessert: Ein neuer Doppelschleifenrahmen mit einer Horex-Gabel sorgte für besseres Fahrverhalten. SpĂ€ter kamen sowohl ein neuer Tank als auch ein Höckersitz hinzu. Neben einem StirnradprimĂ€rantrieb sorgten Kreidler-Zylinder und eine neue Kurbelwelle für mehr Hubraum. Dennoch konnte die Maschine nicht auf das volle Maß der 250 ccm-Klasse vergrĂ¶ĂŸert werden, denn in ihrer ursprünglichen Grundkonzeption war sie 1959 für die nicht realisierte 175 ccm-Formel geplant worden.

Bei Ausweisrennen Anfang der 1960er war ein aussichtsreicher Einsatz noch möglich, aber gegen die folgende Übermacht der Großfirmen-Renner hatte der Eigenbau wenig Chancen.

Neben Karl Reese fuhren Rolf Waiblinger/Tübingen und Koishi Shimada/Hamburg die Vierzylinder. Ihren letzten Auftritt hatte die KRD 1968 in Zandvoort unter Theo Bult/ NL-Hengelo.

Der technische Mitarbeiter Sven Heimberger erlĂ€utert Details der Ausstellung und öffnet den Blick fĂŒr technische Raffinessen und Besonderheiten.